Angebliche Einbrecherbande vor Gericht

19.01.2015 | Sebastian Glathe, Strafrecht

Gaststätten, Büroräume und Rathäuser – nichts soll vor ihnen sicher gewesen sein. Die drei Angeklagten – ein Kfz-Mechaniker, ein Fliesenleger und ein Berufsloser – alle ledig, über 30 Jahre alt und deutscher Staatsangehörigkeit – drangen in fremde Gebäude ein, bohrten Tresore auf und erbeuteten Bargeld in Höhe von insgesamt 40.000 Euro. Nebenbei arbeiteten die Männer Schleusern zu, bis eine eigens dafür geschaffene Ermittlungsgruppe sie überführte.

Am Freitag haben die Verhandlungen gegen die Einbrecherbande aus dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald begonnen. Der Prozess hängt mit einem großangelegten Schlag gegen einen international agierenden Schleuserring zusammen. Erst vergangenen Mittwoch informierten Staatsanwaltschaft und Polizei in einer Pressekonferenz über den Verbrecherring.

Einbrüche in Baden-Württemberg und Bayern

Die Bande arbeitete zunächst eigenständig und nahm später Aufträge der Schleuser entgegen. Drei Angeklagte stehen wegen bandenmäßigen Diebstahls vor dem Landgericht Freiburg. Sie sollen zwischen März 2013 und Mai 2014 in wechselnder Besetzung Einbruchdiebstähle in Freiburg, im Landkreis Lörrach, in der Ortenau, in Überlingen und in München begangen haben. Zwei von ihnen sitzen seit April vergangenen Jahres in Untersuchungshaft.

Da kommt einiges zusammen: Der Staatsanwalt braucht gute 15 Minuten, um allein die Anklageschrift zu verlesen. Daraus geht hervor, dass die Einbrecher auch vor halsbrecherischen Aktionen nicht zurückschreckten. So soll einer der Angeklagten in der Nacht des 25. Juni 2013 das Dach des Braustüberl in München erklommen haben, um dem Spielautomaten der Gaststätte rund 4000 Euro zu entnehmen.

Blanko-Pässe für Flüchtlinge aus dem Rathaus-Tresor

Im selben Jahr hebelten die Diebe im Rathaus in Schliengen eine Doppeltür aus, öffneten einen 300 Kilogramm schweren Tresor mit einem Acht-Millimeter-Bohrer und klauten Bargeld und mehrere Dutzend Blanko-Dokumente für Reisepässe und Personalausweise, die später an Flüchtlinge verkauft wurden. Einer der Angeklagten leitete die Pässe an einen Schleuser weiter, der die Papiere an einen Kurier übermittelte. 56 Stück der noch nicht für Schleusungen benutzten Personalausweis-Blankodokumente fanden Polizeibeamte bei einer ihrer 21 Durchsuchungen in einem Schließfach.

Mit Störsendern gegen die Polizei

Auch vor der Freiburger Kultkneipe Schlappen machten die Männer laut Anklageschrift nicht halt. Im Mai 2014 stahlen sie 27.000 Euro aus der Kasse. Ein weiterer Helfer, der wegen Beihilfe angeklagt ist, agierte dabei als Fahrer. Die Einbruchsreihe der Angeklagten setzte sich im Mai 2014 in Überlingen fort. Die Diebe knackten den Tresor eines Waschparks und ließen das Tatwerkzeug verschwinden. Bei dieser Aktion benutzten sie einen GPS-Störsender – einen sogenannten ISM-Jammer – um zu verhindern, dass die Polizei wusste, wo sie waren.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten nun schweren bandenmäßigen Diebstahl, illegales Einschleusen von Menschen und Beihilfe zum Diebstahl vor. Die drei Männer, die aufgereiht hinter ihren drei Verteidigern saßen, nahmen die Anklageschrift äußerlich ungerührt zur Kenntnis. Lediglich der 30-jährige Freiburger, der wegen Beihilfe angeklagt ist, stützte hin und wieder die Ellbogen auf die Anklagebank, verbarg den Kopf in den Händen und wippte mit den Füßen.

Es drohen bis zu 5 Jahre Gefängnis

Nach einer zehnminütigen Unterbrechung der Verhandlung gab der Richter das Ergebnis eines kurzfristig einberufenen Rechtsgesprächs wieder, in dem sich Strafkammer und Verteidigung über den weiteren Verlauf des Prozesses ausgetauscht hatten. Dabei machten die Verteidiger deutlich, dass ihr Ziel ein Freispruch sei. Der Staatsanwalt legte dar, dass er stark von einer Verurteilung ausgehe. Geständen die Angeklagten ihre Taten, drohten ihnen nach vorläufigem Stand der Dinge jeweils vier, zwei und ein Jahr Freiheitsstrafe. Ohne ein solches Geständnis verlängere sich die Freiheitsstrafe jeweils um ein Jahr. Bis Ende März sind mindestens sechs Fortsetzungstermine vorgesehen.

Quelle: Badische Zeitung

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